Bau und Ökologie

13-09-06 BV Kaspershof_LageplanAusschnitt-page-001_vom_KasperswegLageplan: Das Grundstück gab eine Nord-Süd-Richtung des Gebäudes vor, so dass fast alle Wohnungen des 3-geschossigen Hauptflügels in gleicher Weise von Osten und Westen Sonne bekommen. Nur 2 Wohnungen im 2-geschossigen Nordwestzipfel sind nach Südwesten bzw. Nordosten ausgerichtet. Auf diese Weise erreichen wir helle Wohnungen bei guter Ausnutzung des Geländes. Im Zentrum bleibt ein Hof, in dem wir Bewohner uns treffen. Nebenstehend ist der Grundriss des Erdgeschosses mit 4 Wohnungen und dem Gemeinschaftsraum auf dem Grundstück abgebildet.

In der Südansicht (vom Kaspersweg aus) sieht man rechts am Baukörper im 2. Stock den erschließenden Laubengang und links lugt der Nordwestflügel(nur 2 Etagen) hervor. Alle Wohnungen haben breite Balkons (bzw. Terassen im Erdgeschoss) zur Westseite. Der Bau wurde in Massivbauweise ausgeführt mit Kalksandsteinwänden innen, die Dämmung wurde im Westen und Osten durch Putz, im Norden und Süden (hier gibts keine vorspringende Überdachung) durch Klinker  verblendet.  Der Fahrstuhl  findet sich an der Ostseite mittig im Gebäude, während ein Treppenturm dort extern vorgelagert ist.

Energie und Ökologie: Gute Dämmung mit wenig Wärmeverlusten kombiniert mit einer 40 m² großen Solarthermie-Anlage zur Warmwassergewinnung sind der Eckstein für unser KfW-55-Gebäude. Obendrauf sammelt noch eine Photovoltaikanlage Sonnenenergie mit fast 30 kW in der Spitze, die  in den letzten 5 Jahren für knapp 40% unseres Stromverbrauchs reichten und uns auch später einmal  beim “Betanken” von Elektrofahrrädern oder auch Elektroautos nützlich sein kann. Sowohl mit der energieeffizienten Bauweise als auch mit unseren Gründächern wollen wir einen bescheidenen Beitrag dazu leisten, künftigen Generationen eine lebenswerte und intakte Umwelt zu hinterlassen. Nach 5 Jahren  sind wir insgesamt mit deutlich weniger Strom als geplant, nämlich knapp 20.000 kWh/Jahr, ausgekommen, die PV-Anlage hat sogar etwas mehr Leistung gebracht (gut 7.000 kWh Eigenverbrauch und je nach Sonnenschein 15 – 19.000 kWh Netzeinspeisung/Jahr). Der Gasverbrauch liegt im Schnitt von 2015 – 2019 bei knapp 57.000 kWh, davon 2/3 zum Heizen und 1/3 für Warmwasser. Damit liegen wir im Bereich des Erwarteten: Mit 33 kWh/m² Wohnfläche Gesamtverbrauch und 27 kWh/m² Wohnfläche zum Heizen liegen wir damit sogar besser als für einen KfW-55-Bau (nach EnEV 2009) vorgegeben und deutlich unter dem deutschen Durchschnittsverbrauch von 131 kwh/m² Wohnfläche/Jahr im Jahr 2017 (Quelle: Umweltbundesamt und  Wikipedia ; Stand April 2020) geblieben.

Preise: Unsere Kalkulation eines Wohnungspreises  von 2.400 € konnten wir dank guter Planung, effektiver Ausschreibungen und guter Aufsicht durch unsere Architekten einhalten, wenn auch hier und da Abstriche gemacht werden mussten und einige von uns Sonderwünsche wie z.B. Parkett statt Laminat zusätzlich bezahlt haben. In dem Quadratmeterpreis sind Grundstück, Gemeinschaftsraum, Niedrigenergiestandard( KfW 55 ) etc. mit drin, denn  ein ökologisches Gemeinschaftsprojekt bedeutete für uns , dass  es bezahlbar bleiben sollte und keiner wg. exorbitanter Preissteigerungen  aussteigen musste!

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gemeinsam planen

Gemeinsam Wohnen: Der 50 m² große Gemeinschaftsraum mit Küchenzeile, Abstellraum und Bad steht im Zentrum unserer Gemeinschaft. Hier treffen wir uns in gemütlicher Runde – klönen, spielen, diskutieren, feiern. Auch für Film- oder Fernsehabende wird der Raum genutzt und ist neben dem Garten das Herzstück der gelebten Gemeinschaft. Der Waschraum im Keller mit drei Waschmaschinen und einem Trockner spart Platz in den Wohnungen und schafft einen weiteren gemeinsamen Treffpunkt. Den großen Garten gestalten wir gemeinsam, wobei uns ein Landschaftsarchitekt bei der Vorbereitung geholfen hat. Der offene Platz vor den Wohnungseingängen ist mit Sitzgelegenheiten ausgestattet und kann im Sommer als Grillecke genutzt werden. Der Fahrradschuppen ist rappelvoll, denn als waschechte Oldenburger haben die Bewohnerinnen und Bewohner des Kasperhofes mindestens ein Fahrrad pro Person. In der großen Werkstatt kann nach Herzenslust gebohrt, gesägt, repariert und gebastelt werden. Last but not least spart der Vertrag über eine gemeinsame Autonutzung (Car-Sharing) nicht nur Autounterhaltskosten, sondern lässt auf dem Grundstück mehr Platz für Grün und Bäume statt für Stellplätze.  Hier der Link zu einem Artikel zum Carsharing aus der ZEIT vom 28.11.13.

 

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